Part I The Beginning
Die Geschichte beginnt im Jahr 1989 (zunächst bis ca. 1993), einer Zeit, in der sich kein Metal-Fan für seine Frisur, mag sie auch einem noch so skurrilen Vokuhila entsprochen haben, schämen musste. Gezählt hat nur Eines: LANG mussten sie sein! Jeder der kurzhaarig war, war nicht wirklich cool (mit einigen Ausnahmen), besonders jene, die versuchten, ganz ohne Haare auszukommen. Leider hat sich seinerzeit diese Ansicht des öfteren auch ins Gegenteil umgekehrt und blieb so nicht immer ohne Folgen.
Eine Zeit jedenfalls, in der Dosenbier konsumiert wurde wie heute Mineralwasser im Hochsommer. Es war wüst, pseudorevolutionär, chaotisch, laut...aber immer ehrlich. Die politischen Verhältnisse ließen langsam Raum für Gedankenexperiemente, welche sich nach und nach in allen Lebenslagen bemerkbar machten.
Die Metalwelt erschrak damals noch vor Bands wie Gwar, Ozzy Osbourne war noch nicht vollkommen grenzdebil und viele, heute namhafte Bands - wenn überlebt - steckten noch in den Kinderschuhen.
Eine Reise nach Westpolen brachte im Sommer '89 die große Veränderung mit sich. Michael Jacksons "Bad" musste der ersten Slayer-Originalkassette weichen. Das Hämmern von "Reign in Blood" strukturierte schlagartig sämtliche Synapsen meines Hirns um und sorgte dafür, dass aus dem nie zuende gebrachten Moonwalk ein wildes Headbangen wurde (momentan noch mit Frisör Siegels Rundschnitt für 1 Mark und 35 Pfennige).
Wieder zu Hause wurde schnellstens die Posterwand im brüderlich geteilten Zimmer umstrukturiert. Konkret hieß das, sämtliche Plakate des wohl weißesten schwarzen Musikers des Planeten wurden durch ein 10 x 10 Zentimeter kleines Slayer-Schnipsel im Zentrum dieser ersetzt. Ab jetzt war nur noch KRACH angesagt. Der liebe große Bruder, bisher noch von Billy Idol und Limal begeistert, wurde im selben Atemzug zum Metaller zwangsrekrutiert. Von nun an beherrschten die Klänge verzerrter Gitarren, Maschinengewehr-Drums und abgrundtiefe Stimmen das traute Heim. Dies sollte sich nun viele Jahre so fortsetzen.
Vater schlug bei der Verkündung des "Frisör-Boykotts" zunächst die Hände über dem Kopf zusammen, während Mutter der Sache gelassen entgegen sah. Doch anfängliche Wehen vergingen schnell.
Die hohen Gesänge eines Tom Araya sollten eine Ausnahme im melodisch ausgewogenen Death-, Grind-, Noise- und Trashgehämmer bleiben. Bald folgten Bolt Throwers "Realm of Chaos", Terrorizers "World Downfall" und andere Meisterwerke der guten Laune.

Bolt Thrower - Eisenach 1992
Was Mitte/Ende der 90er Jahre von Blackmetalbands und kommerzgierigen Posern abgelöst wurde, war eine Art (meist) ehrliche, provokante und revolutionäre Bewegung. Die Musik kam im direkten Weg vom Herzen mitten ins Gesicht (um nich zu sagen "mitten in die Fresse" :-)) Klar, wie schon immer in der Musik ging es auch um den schnöden Mammon. Damals wurden Leute jedoch nicht verprügelt, weil sie weiße T-Shirts trugen oder gar lachten, literweise Kunstblut konnte man sich getrost ersparen. Was immer zählte war die Dynamik, die man bei Konzerten erleben sollte. Ein friedvolles Miteinander, in welchem man sich gegenseitig vom Bühnenrand aus auf die Köpfe sprang, sich Ellenbogen und Hände ins Gesicht warf, mit den Köpfen beim Bangen zusammenstieß und beim härtesten Tanz der Tänze, dem MOSCH, sich Füsse und Beine verletzte. Danach ging man zusammen ein Bier trinken (aus der Dose wenn möglich) und hatten das Gefühl, dass alle sich kennen und mögen (wiederum bis auf einige Ausnahmen).

Der Mosch - eine Mischung aus Squaredance, Pogo, Headbangen, Twist und dem Spielen von Luftinstrumenten. Tanztreff Aue 1991

Bequeme Kleidung brachte enorme Vorteile beim Tanz. Nicht jeder war ein Fan von Stretch Jeans und Lederjacke mit Weste (selbstverständlich mit Tonnen von Aufnähern bestückt).
Eine der wichtigsten Neuerungen im sich wandelnden Leben war das "wirklich hart sein". Dazu gehörte nicht nur, dass man gegen sämtliche gesellschaftlichen Regeln und Normen verstieß, indem man lautstark rülpsend durch die Strassen der örtlichen Konzertveranstaltungen lief, nein, auch das Zurschautragen geklauter Eisfahnen hiesiger Cafes und Spirituosenhändler war Pflicht. Die Härtesten der Harten kamen selbst im Winter in Fan-Bermudas und kurzen Ärmeln oder Muskel-Shirts.

Die Bahnfahrt - Höhepunkt einer jeden frühen Konzertreise. Hier traf man auf gleichgesinnte Mitmenschen und nette Beamte der Deutschen (damals noch) Reichsbahn.

Junge Heavy Metal Fans in ihren Trachten.

Nicht nur geheimnisvolle Zeichen wurden ausgetauscht, auch sinnvolle Namen wurden vergeben um später bereits bekannte Leute wieder identifizieren zu können. Rechts: Langer und Kurzer

Eine Stärkung vor jedem Konzert war Pflicht. Auch Leute mit noch nicht ausgewachsenen Frisuren durfen teilnehmen.
Bei allem Spass, der gemacht wurde, schlug diese offensive Musik doch Wurzeln in einem und führte dazu, dass man eine Sicht der Dinge entwickelte die weit darüber hinaus ging. Es regte zum Denken an, mehr als alles Andere.
Die Welt wurde kritisch betrachtet, viele Songs handelten nicht nur vom "Party machen", sondern versuchten eine klare Sprache zu sprechen. Man begann damit zu wachsen...

Kraftakt und Verletzungsgefahr: Dismember - Tanztreff Aue 1991

Bang your Head! Dismember - Tanztreff Aue 1991

Hysterie: Dismember - Tanztreff Aue 1991

Der unvergleichliche Martin van Drunen: Energie pur und eine abgrundböse Stimme - Tanztreff Aue 1991

Pungent Stench und Disharmonic Orchestra - Tanztreff Aue 1991. Die angebotene Backstageparty wurde abgelehnt...Stress lag in der Luft...

Trink Bier vor 4! Benediction - Tanztreff Aue 1991

Birthday on stage: Benediction - Tanztreff Aue 1991

Zu Zeiten als die Haare von Alex Krull noch nicht 2,50m lang waren. Atrocity
- Tanztreff Aue 1991

Bolt Throwers bester Shouter: Karl Willets - Eisenach 1992
....to be continued
Eine Zeit jedenfalls, in der Dosenbier konsumiert wurde wie heute Mineralwasser im Hochsommer. Es war wüst, pseudorevolutionär, chaotisch, laut...aber immer ehrlich. Die politischen Verhältnisse ließen langsam Raum für Gedankenexperiemente, welche sich nach und nach in allen Lebenslagen bemerkbar machten.
Die Metalwelt erschrak damals noch vor Bands wie Gwar, Ozzy Osbourne war noch nicht vollkommen grenzdebil und viele, heute namhafte Bands - wenn überlebt - steckten noch in den Kinderschuhen.
Eine Reise nach Westpolen brachte im Sommer '89 die große Veränderung mit sich. Michael Jacksons "Bad" musste der ersten Slayer-Originalkassette weichen. Das Hämmern von "Reign in Blood" strukturierte schlagartig sämtliche Synapsen meines Hirns um und sorgte dafür, dass aus dem nie zuende gebrachten Moonwalk ein wildes Headbangen wurde (momentan noch mit Frisör Siegels Rundschnitt für 1 Mark und 35 Pfennige).
Wieder zu Hause wurde schnellstens die Posterwand im brüderlich geteilten Zimmer umstrukturiert. Konkret hieß das, sämtliche Plakate des wohl weißesten schwarzen Musikers des Planeten wurden durch ein 10 x 10 Zentimeter kleines Slayer-Schnipsel im Zentrum dieser ersetzt. Ab jetzt war nur noch KRACH angesagt. Der liebe große Bruder, bisher noch von Billy Idol und Limal begeistert, wurde im selben Atemzug zum Metaller zwangsrekrutiert. Von nun an beherrschten die Klänge verzerrter Gitarren, Maschinengewehr-Drums und abgrundtiefe Stimmen das traute Heim. Dies sollte sich nun viele Jahre so fortsetzen.
Vater schlug bei der Verkündung des "Frisör-Boykotts" zunächst die Hände über dem Kopf zusammen, während Mutter der Sache gelassen entgegen sah. Doch anfängliche Wehen vergingen schnell.
Die hohen Gesänge eines Tom Araya sollten eine Ausnahme im melodisch ausgewogenen Death-, Grind-, Noise- und Trashgehämmer bleiben. Bald folgten Bolt Throwers "Realm of Chaos", Terrorizers "World Downfall" und andere Meisterwerke der guten Laune.

Bolt Thrower - Eisenach 1992
Was Mitte/Ende der 90er Jahre von Blackmetalbands und kommerzgierigen Posern abgelöst wurde, war eine Art (meist) ehrliche, provokante und revolutionäre Bewegung. Die Musik kam im direkten Weg vom Herzen mitten ins Gesicht (um nich zu sagen "mitten in die Fresse" :-)) Klar, wie schon immer in der Musik ging es auch um den schnöden Mammon. Damals wurden Leute jedoch nicht verprügelt, weil sie weiße T-Shirts trugen oder gar lachten, literweise Kunstblut konnte man sich getrost ersparen. Was immer zählte war die Dynamik, die man bei Konzerten erleben sollte. Ein friedvolles Miteinander, in welchem man sich gegenseitig vom Bühnenrand aus auf die Köpfe sprang, sich Ellenbogen und Hände ins Gesicht warf, mit den Köpfen beim Bangen zusammenstieß und beim härtesten Tanz der Tänze, dem MOSCH, sich Füsse und Beine verletzte. Danach ging man zusammen ein Bier trinken (aus der Dose wenn möglich) und hatten das Gefühl, dass alle sich kennen und mögen (wiederum bis auf einige Ausnahmen).

Der Mosch - eine Mischung aus Squaredance, Pogo, Headbangen, Twist und dem Spielen von Luftinstrumenten. Tanztreff Aue 1991

Bequeme Kleidung brachte enorme Vorteile beim Tanz. Nicht jeder war ein Fan von Stretch Jeans und Lederjacke mit Weste (selbstverständlich mit Tonnen von Aufnähern bestückt).
Eine der wichtigsten Neuerungen im sich wandelnden Leben war das "wirklich hart sein". Dazu gehörte nicht nur, dass man gegen sämtliche gesellschaftlichen Regeln und Normen verstieß, indem man lautstark rülpsend durch die Strassen der örtlichen Konzertveranstaltungen lief, nein, auch das Zurschautragen geklauter Eisfahnen hiesiger Cafes und Spirituosenhändler war Pflicht. Die Härtesten der Harten kamen selbst im Winter in Fan-Bermudas und kurzen Ärmeln oder Muskel-Shirts.

Die Bahnfahrt - Höhepunkt einer jeden frühen Konzertreise. Hier traf man auf gleichgesinnte Mitmenschen und nette Beamte der Deutschen (damals noch) Reichsbahn.

Junge Heavy Metal Fans in ihren Trachten.

Nicht nur geheimnisvolle Zeichen wurden ausgetauscht, auch sinnvolle Namen wurden vergeben um später bereits bekannte Leute wieder identifizieren zu können. Rechts: Langer und Kurzer

Eine Stärkung vor jedem Konzert war Pflicht. Auch Leute mit noch nicht ausgewachsenen Frisuren durfen teilnehmen.
Bei allem Spass, der gemacht wurde, schlug diese offensive Musik doch Wurzeln in einem und führte dazu, dass man eine Sicht der Dinge entwickelte die weit darüber hinaus ging. Es regte zum Denken an, mehr als alles Andere.
Die Welt wurde kritisch betrachtet, viele Songs handelten nicht nur vom "Party machen", sondern versuchten eine klare Sprache zu sprechen. Man begann damit zu wachsen...

Kraftakt und Verletzungsgefahr: Dismember - Tanztreff Aue 1991

Bang your Head! Dismember - Tanztreff Aue 1991

Hysterie: Dismember - Tanztreff Aue 1991

Der unvergleichliche Martin van Drunen: Energie pur und eine abgrundböse Stimme - Tanztreff Aue 1991

Pungent Stench und Disharmonic Orchestra - Tanztreff Aue 1991. Die angebotene Backstageparty wurde abgelehnt...Stress lag in der Luft...

Trink Bier vor 4! Benediction - Tanztreff Aue 1991

Birthday on stage: Benediction - Tanztreff Aue 1991

Zu Zeiten als die Haare von Alex Krull noch nicht 2,50m lang waren. Atrocity
- Tanztreff Aue 1991

Bolt Throwers bester Shouter: Karl Willets - Eisenach 1992
....to be continued
theloudestyears - 15. Mär, 17:56

